Tierzahnheilkunde-nähere Informationen

 

Tierärzte lernen die Tierzahnheilkunde nicht im Studium. Um medizinisch gute Tierzahnheilkunde (Diagnostik und Therapie) anbieten zu können, muss man sich speziell und fortlaufend fortbilden!

 

Die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT) hat auf ihrer Homepage eine Expertenliste mit Tierzahnspezialisten eingerichtet. Unsere Praxis ist Mitglied der DGT, führt tierzahnärztliche Behandlungen nach deren aktuellen Qualitätsstandards durch und wurde im März 2019 in diese Liste aufgenommen.

Leider funktioniert zur Zeit (Stand März 2019) die Google-Suche nicht richtig, so dass unsere Praxis nicht nach Ort, sondern nur nach Namen (Dr. Gürtler) gesucht werden kann. Die Homepage der DGT ist in Bearbeitung.

 

Zur Aufnahme in die Expertenliste ist die Einhaltung folgender Qualitätsstandards erforderlich:

  • Mindestens 60 anerkannte Fortbildungsstunden in der Tierzahnheilkunde oder die Zusatzbezeichung Tierzahnheilkunde/bzw. Fachtierarzt für Tierzahnheilkunde, sowie regelmäßige Fortbildungen im Bereich der Tierzahnheilkunde
  • geeignete Vergrößerungsmöglichkeit (Lupenbrille)
  • intraorales Röntgen
  • Zahnarbeitsplatz mit Dentalstation
  • Narkosen entsprechend der Leitlinie Anästhesiologische Versorgung bei Hund und Katze der Fachgruppe Veterinärmedizinische Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie IVAINS) der DVG e.V. (Intubation, Gasnarkose, Narkoseüberwachung durch geeignetes Personal und mit Monitorüberwachung)
  • Diagnostik und Therapie nach derzeitigem Stand der Wissenschaft
  • Dokumentation der intraoralen Befunde und tierzahnärztlichen Leistungen

 

 

Mehr als drei Viertel aller Katzen und Hunde über drei Jahren leiden an Erkrankungen der Maulhöhle, 64% aller Tiere haben Zahnbetterkrnknungen (Parodontitis)!

Besonders mit zunehmendem Alter nehmen diese Erkrankungen stark zu. 70 % aller Katzen leiden an Zahnresorptionen (früher FORL), das sind schmerzhafte Schmelzdefekte. Was viele Tierhalter leider nicht wissen ist, dass die Tiere bis zu einem oft hochgradig schmerzhaften Zustand leiden, ohne es zu zeigen. Das liegt unter anderem an der langsam, schleichenden Art der Verschlimmerung dieser Erkrankungen oft über Monate hinweg. Allmählicher Rückzug oder reduzierte Aufmerksamkeit/Spielverhalten fallen dem Tierhalter nicht so schnell auf. Da kranke Tiere in der freien Natur schnell zu Opfern werden, versuchen sie ihre Erkrankung so gut und lange wie möglich zu verbergen. Erst bei extremen Schmerzen verändern sich Futteraufnahme und gewohntes Verhalten, häufig ist dann die Erkrankung schon weit fortgeschritten. Deshalb sollten die Tiere regelmäßig jährlich, bei Neigung zu Zahnerkrankungen eventuell öfter, zahntierärztlich untersucht werden. Bei der Katze sind 40% aller Zahnerkrankungen nur durch Röntgen sichtbar, beim Hund 30%!

Bei Hund und Katze sind 40% der Maulhöhlenerkrankungen nur durch Röntgenaufnahmen nachweisbar, d.h. professionelle Tierzahnheilkunde ist ohne Denatlröntgen nicht möglich!

Ohne regelmäßige professionelle Zahnkontrolle und Zahnbehandlung werden behandlungsbedürftige Befunde häufig übersehen. Die Tiere haben unnötig Schmerzen und 100% dieser Erkrankungen wirken sich negativ auf die allgemeine Gesundheit (Herz, Niere, Leber) und die Lebenserwartung der Tiere aus!

 

Zu diesem Thema können wir Ihnen auch besonders den regelmäßigen, sehr informativen Blog des Kollegen Ralph Rückert aus Ulm empfehlen:

 

Narkosen bei Hund und Katze. Der ausgelieferte Tierbesitzer?

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=20336

 

Ein echtes Groschengrab: Die Katze mit FORL

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=20507

 

Narkosen und Zähne: Nach wie vor die Arschkarten der Katze

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19837

 

Zahnextraktion bei Hund und Katze. Mehr als nur „Zähne ziehen“!

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19972

 

Wichtige Informationen zur Zahngesundheit und Zahnpflege finden Sie hier:

http://www.initiativezahngesundheit.de

https://tierzahnaerzte.de/eine-stellungnahme-zu-zahnbehandlungen-ohne-anaesthesie-bei-hunden-und-katzen/

 

 

 

Dieses digitale Röntgenbild zeigt typische resorptive Läsionen an der Zahnwurzel einer Katze. Diese Prozesse sind häufig. Die Folgen sind Abbrechen des Zahnes mit Parodontitis (Entzündungen des Zahnhalteapparates) und damit zu starken Schmerzen.