Schmerzen beim Tier…..leider häufig nicht offensichtlich

Mit Tieren, die unter Schmerzen leiden werden wir tagtäglich konfrontiert. Wenn es akute Schmerzen sind, wie zum Beispiel ein humpelnder Kater nach einer Rauferei, der sich vielleicht auch zurück zieht, ist dies ein offensichtlicher Fall. Wenn das Tier mit Antibiotikum und Schmerzmittel behandelt wird, ist es je nach Verletzung nach 1-2 Tagen wieder auf dem Weg der vollständigen Genesung.

Am häufigsten sehen wir jedoch Tiere mit chronischen Schmerzen wie bei Gelenkproblemen, Tumoren und Entzündungen in der Maulhöhle. Diese Erkrankungen und damit auch die Schmerzen kommen schleichend. Der Gesamtzustand und das Verhalten der Tiere ändern sich nur langsam, so dass es der Tierhalter oft nicht unbedingt wahrnimmt. Hund, Katze und Kleinsäuger sind von Natur aus so geprägt, dass die Nahrungsaufnahme und unauffälliges Verhalten überlebenswichtig sind. Die Tiere hören dann erst mit Fressen auf, wenn sie durch ihre Schmerzen extrem stark beeinträchtigt sind und ihr Leben so stark davon bestimmt wird, dass auch der Lebenswille (zeitweise) verloren geht. Oft wird das reduzierte Verhalten dann auch auf das Alter geschoben, auch wenn Alter „keine Krankheit“ ist, aber Tiere und Menschen sind dann natürlich anfälliger für Krankheiten. Grundsätzlich gilt zu sagen, dass Tiere genauso schmerzempfindlich sind wie wir. Das heißt zum Beispiel: ein Hund mit gelockerten Zähnen und fortgeschrittener Parodontitis hat vergleichbare Zahnschmerzen wie wir. Auch seine Organe (Niere, Herz, Gelenke) nehmen bei Parodontitis zunehmend dauerhaften Schaden durch die bakterielle Belastung. Oft zeigen sie aber noch ein „normales“ Verhalten, spielen mit ihren Spielsachen, raufen mit Artgenossen und fressen wie immer. Umso erstaunter und entsetzter sind unsere Kunden häufig, wenn wir ihnen mitteilen müssen, dass dringende nötige Behandlungen, wie z.B. eine Zahnsanierung, ggf. Zahnextraktion notwendig sind, um eine Schadensbegrenzung zu erreichen und dem Tier wieder Lebensqualität zu verschaffen. Über 80% aller Hunde und Katzen ab 3 Jahren haben eine Erkrankung der Maulhöhle (Parodontitis, Zahnresorption, Tumoren, alte Verletzungen). Es ist deshalb durchaus ratsam, seinem Tier ab und zu ins Maul zu schauen. Sobald Rötungen, Zahnstein oder gar gelockerte Zähne zu sehen sind, sollte das Tier einem TierZahnarzt vorgestellt werden. Unsere Praxis arbeitet nach den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde, wir beraten Sie gerne!

Bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates empfiehlt sich zunächst eine Röntgenaufnahme zur Abklärung einer genauen Ursache (wir überweisen Sie zum Röntgen an einen Kollegen/eine Kollegin). Je nach Befund schlagen wir Ihnen anschließend gerne eine multimodale Schmerztherapie vor. Diese besteht aus einer Kombination verschiedener Therapieansätze wie z.B. Physiotherapie, Schmerzmittel, Nahrungsergänzungsmittel, pflanzlicher und homöopathischer Medikamente.

Wissenswertes über Schmerzerkennung und – behandlung erfahren Sie hier:

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